Sonstiges

Der Vorgang Oury Jalloh

Allen KölnerInnen lege ich das Theaterstück “Der Vorgang Oury Jalloh” ans Herz, das am kommenden Samstag und Sonntag im Theater Tiefrot gespielt wird.

Dessau 2005. An Händen und Füßen gefesselt verbrennt der Asylsuchende Oury Jalloh in einer Gewahrsamszelle. Zwei Jahre später sitzen Polizeibeamte auf der Anklagebank. War es unterlassene Hilfeleistung, Suizid oder ein rassistischer Mord? Der Ablauf der Ereignisse bleibt auch nach 59 Verhandlungstagen rätselhaft. Die Justiz steht überfordert vor einer Mauer aus Falschaussagen, Widersprüchen und Schweigen. Woher soll Licht ins Dunkel der deutschen Verhältnisse kommen?
Das Theater der Unterdrücker versucht den Fall zu rekonstruieren und setzt sich mit dem Komplex Asyl auseinander. Fest steht: Oury Jalloh starb dreimal. Es beginnt eine theatrale Suche nach dem Funken Wahrheit.

Ich habe es mir bereits angeschaut und fand es sehr gut! Und das sag ich nicht, weil ich den Regisseur und zwei der Schauspieler persönlich kenne. Das Stück ist einfach sehr innovativ, anspruchsvoll und durchgehend spannend gemacht. Die Schauspieler schlüpfen immer wieder von jetzt auf gleich glaubwürdig in unterschiedliche Figuren. Die Kostüme werden dabei nur minimal geändert – wenn überhaupt. Überhaupt wird alles auf das Wesentliche reduziert (Kulisse und Requisiten) und ist gerade deshalb interessant anzuschauen.  Das Stück wurde für den Kölner Theaterpreis 2010 und den Kurt-Hackenberg-Preis 2010 nominiert.

Theater Tiefrot
Dagobertstr. 32
50668 Köln

Mit: Caroline Kur, Philipp Gramlich, Patric Welzbacher und Till Klein
Regie: Janosch Roloff

Mehr zu dem Stück gibt’s hier.

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