Cooler Drive

Ich war mal wieder im Kino: Drive. Mein bester Kumpel meinte, der wäre richtig gut. Und da muss ich ihm Recht geben. Dichte Atmosphäre, interessante Aufnahmen und eine ungewöhnliche Hauptfigur ohne Namen. Er wird einfach nur Driver genannt. Ein introvertierter Typ, sympathisch aussehend, aber wenn’s sein muss, auch äußerst brutal.

Story: Der Driver (Ryan Gosling) arbeitet eigentlich als Automechaniker und Gelegenheits-Stuntfahrer. In Sachen Autofahren ist er der Beste und daher bietet er auch Kriminellen seine Dienste als Fluchtwagenfahrer an. Sein Manager Shannon (Bryan Cranston) vermittelt ihn Auftraggeber, für die er nach einem Bankraub die Beute sicher ans Ziel bringt, ohne Fragen zu stellen oder sich an dem Raub zu beteiligen. Dann lernt er seine alleinerziehende Nachbarin Irene (Carey Mulligan) kennen und verliebt sich in sie. Als deren Ehemann Standard (Oscar Isaac) aus dem Gefängnis entlassen wird, hat dieser gleich Stress mit anderen Kriminellen, die ihn verprügeln und einige Tausend Dollar von ihm fordern, ansonsten sind auch Frau und Sohn fällig. Um die Schulden bezahlen zu können, begeht Standard einen Raub, bei dem sich Driver als Fahrer beteiligt. Der Coup geht schief und Driver muss nun um sein Leben kämpfen.
Drive gilt jetzt schon als Kultfilm. Die Atmosphäre des Films ist ziemlich düster-melancholisch und vom Stil her eine Mischung aus Arthouse, Independent, Action, Liebe und Gewalt. Ryan Gosling spielt den Driver so verdammt minimalistisch, wie man es in einer amerikanischen Produktion selten sieht. Dadurch sprechen kleinste mimische Züge Bände und seine wortkarge Art und die Angewohnheit oft erst verzögert zu antworten, lassen ihn sehr mysteriös und geheimnisvoll wirken. Was ist das überhaupt für ein Typ und wie wurde er zu dem, was er ist? Über seine Vergangenheit wird nichts verraten, was ich persönlich etwas schade finde. Wie gespalten der Driver ist, wird vor allem ab der 2. Filmhälfte erkennbar. Einerseits introvertiert, nett und hilfsbereit und dann ohne mit der Wimper zu zucken überraschend brutal.

Der Film bietet handwerklich gutgemachte Action, die man so noch nicht gesehen hat und einen äußerst interessanten Look. Schöne nächtliche Stadtbilder, an die sich äußerst harte Gewaltszenen reihen, die manchmal sogar richtig ausarten (daher zu Recht FSK 18) und dann wieder von Szenen gebrochen werden, in denen scheinbar nicht viel passiert und kaum bis gar nicht geredet wird. Der Name ist Programm: Der Film hat einfach einen echt coolen Drive.

Ein Kommentar

  1. Posted 07/03/2012 at 21:24 | #

    Ich liebe diesen Film! Kommt in meine Top10 !!!

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